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Geschichte

Verfasst von Gurumeditation am: 09.11.2008, 16:35 Uhr

Die Geschichte des Commodore Amiga

(Kurzfassung)

Der AMIGA …

Ein Messias, ein heiliger Gral und ein vom Unglück verfolgter Kämpfer.

Der Amiga (spanisch: Freundin) war schon zu seiner Anfangs- und Blütezeit die einzig wahre Freundin von Computer-Geeks und bis heute hat sich an der Beziehung, die wir Fans zum Multimediatalent Amiga in den Jahrzehnten aufgebaut haben, nichts geändert. Diese Freundin werden wir immer in unseren Herzen weitertragen.


Am Anfang der 80er Jahre zum Höhepunkt des ersten Videospiele-Booms wurden in den USA die Grundsteine für einen der zu damaliger Zeit revolutionärsten Computer gelegt. Jay Miner der Schöpfer und geistige Vater des Amigas, gründete zusammen mit Larry Kaplan die Firma „Hi Toro“, die später zur Amiga Corporation umbenannt wurde. Die Namensänderung kam dadurch zustande da der Name „Hi Toro“ zu damaligen Zeiten den meisten Menschen an Rasenmäher erinnerte.

Der Amiga war zuerst als Spielekonsole geplant, jedoch wurde in den Köpfen der Entwickler mehr daraus; ein Computer. Er sollte nach den Wünschen der Schöpfer die Welt verändern und doch einfach genug für den kleinen Mann sein.

Erinnerungen werden wach

Viel Zeit, Arbeit, Schweiß und vor allem Geld flossen in die Entwicklung, des ersten Amiga-Prototypen. Das Glück lag zu dieser Zeit jedoch nicht auf ihrer Seite. Raymond Kassar, der damalige Leiter von Atari und Geldgeber von Amiga Corp., musste nach dem Börsenskandal von 1982 zurücktreten und überlies so die Führung jemand anderen. Nach dem Verkauf der Konsolen- und Computerabteilung Ataris wurde das Schicksal besiegelt und die Odyssee und der Fluch rund um den Amiga fanden somit seinen leidvollen Anfang. Von Produktionsengpässen, finanziellen Problemen, ständige Firmenwechsel, bis hin zu vielen fragwürdigen Entscheidungen zu Ungunsten der Zukunft des Amigas.

Aber, wie bereits zu Anfang erwähnt, ist der Amiga nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden.

Helden leben lange, Legenden sterben nie…


Nach fast 4 Jahren Entwicklungszeit und einigen Hürden wurde die Ära des Amigas, Mithilfe des Amiga 1000 (der damals in der Fachpresse noch unter dem Namen Lorraine bekannt war) am 23. Juli 1985 auf einer riesigen Veranstaltung in New York eingeläutet. Am Big Apple wurde für die Öffentlichkeit zum ersten Mal ersichtlich wie technisch überlegen der Amiga den zeitgenössischen Konkurrenten, dem Atari ST, Mac und PC war. Die besonderen Merkmale waren das präemptive Multitasking, welches erst 10 Jahre später unter Windows 95 neu realisiert wurde, die 32-bittige Hard- und Softwarestruktur, die farbige grafische Oberfläche des Betriebssystems, der Vierkanal-Sample-Sound um den fabulösen Klang zu erzeugen und zu guter letzt die Hardwareunterstützung für Grafik-Animation durch den Blitter. Der Blitter war quasi die Vorstufe der heutigen Grafikkarte. Ein spezieller Chip der die CPU von den Grafikoperationen entlastete.

Ein "20 Jahre Amiga Spezial" der Sendung EXTRA
Berichtigung des Moderators: Commodore ging 1994 konkurs

Um die Massen zu locken wurde als weiteres Kaufargument die Möglichkeit geboten Kompatibilität mit IBM-PCs herzustellen. Das heißt, ein Software-Emulator namens Transformer konnte parallel zum Betrieb des Amiga-Betriebssystems auch MS-DOS nutzen. Später wurde durch ein sogenanntes SideCar dieses Feature verbessert. Ein SideCar ist ein Anbauteil welches einfach an den Amiga angesteckt wird und somit neue Features, sowie höhere Leistung mit sich führt.

Das auf dieser Veranstaltung der Amiga als Computer und nicht als Konsole bezeichnet werden konnte, verdanken wir heute dem damaligen Zusammenbruchs des Spielemarktes, denn die Leute verlangten nun richtige Computer und keine Spielekonsolen mit denen nur die Jugend etwas anfangen konnte. Nein die Menschen erkannten das Computer ihnen das Leben erleichtern konnte, vor allem im Beruflichen Alltag. Also schwenkte Commodore um und stattete den Amiga 1000, der als Konsole geplant war, mit einer Tastatur und einem Diskettenlaufwerk aus. Das Gehäuse blieb jedoch unverändert in seiner Größe und konnte nicht mit Steckkarten erweitert werden.


Bereits 2 Jahre Später im Jahre 1987, war es dann soweit den A1000 gebührend abzulösen und wer hätte gedacht welcher Erfolgskurs damit eingeleitet werden würde, sogar über den Zenit der Zeit Commodores hinaus. Zwei neue Modelle wurden zur Cebit eingeführt. Der Amiga 2000, der von der Idee ähnlich ist wie heutige Desktop-PCs, und sein kleiner Bruder der Amiga 500. Ziel war es unterschiedliche Nutzer anzusprechen um ein größeres Anwendungsgebiet abzudecken. Der A2000 wurde hierbei als arbeitsfähigen Computer proklamiert, dies wurde später nur zum Teil genutzt, da die Rechner von IBM in diesem Sektor bereits etabliert waren und es sich nicht einfach gestaltete die Anwender zu überzeugen auf ein neues System zu wechseln, was heute nicht weniger schwierig ist. So fand der A2000 seinen Nutzen bei der Bild- und Videoverarbeitung. Sogar die NASA nutze ihn für diese Zwecke…in diesem Zuge wollte ich schreiben wie sonst die Amerikaner auch auf dem Mond gelandet wären. Tja das passiert liebe Leser, wenn man nächtelang für die Community hart arbeitet um ihnen neuen Lesestoff zu bieten, man verfällt in geistigen Wahnsinn ;) . Jedenfalls wurde nicht der A2000 ein Kassenschlager, sondern der kleine unscheinbare A500. Er war günstiger in der Anschaffung und bot dennoch viel Rechenleistung für den Heimanwender. Er war zu seiner Zeit als Spiele-Computer sehr beliebt, da er in der Bild und Tonqualität den herkömmlichen Rechenknechten weit überlegen war, zudem erschienen die besten Spiele für den A500, die noch heute einen hohen Status genießen.

Hier noch ein kleines Video mit Ausschnitten
aus beliebten Amiga-Spielen

Im Jahre 1990 erschien der Amiga 3000, der zum ersten Mal das neue Betriebssystem AmigaOS 2.0, welches moderne 3D-Optik mit vielen Neuerungen und Verbesserungen mit sich führte, die noch heute in modernen Betriebssystemen wiederzufinden sind. Ein Jahr später folgten die kommerziell wenig erfolgreichen Commodore-Kinder Amiga 500 Plus und Amiga 600. Beide waren an sich identische Nachfolger des A500, waren aber für diese Zeit bereits technisch völlig veraltet. Zudem stand 1992 bereits der technisch stark verbesserte Amiga 1200 in den Startlöchern und sein großer Bruder der Amiga 4000, den Nachfolger des A3000. Diese beiden Modelle hatten drei wesentliche Gemeinsamkeiten. Die gleiche verwendete Kickstart-Version, die Workbench und der AGA-Grafikchipsatz. Ansonsten ist der A4000 dem A1200 technisch völlig überlegen, da er über einen 32 Bit breiten Adressbus besitzt, wogegen der kleine Bruder nur über einen 24 Bit Bus verfügt. Diese Modelle waren die letzten wirklichen Neuentwicklungen von Commodore.


Aber kommen wir nun zum Ende der Geschichte.

Der letzte Paukenschlag ertönte 1993 für Commodore. Zu jener Zeit wurde versucht das sogenannte CD32 zu etablieren, dass auf der Hardware des A1200 basierte, die um ein Customchip namens Akiko und ein CD-ROM Laufwerk erweitert wurde. Trotz aufwendiger Fernsehwerbung blieb ihnen der Durchbruch verwehrt. Der Hauptgrund für den Misserfolg lag wieder einmal an das Versagen die georderten Mengen zu produzieren und letztendlich auszuliefern.

Der letzte Gang durch eine Amiga-Fabrik

Die ersten Tochterunternehmen Commodores schlossen bereits im Frühjahr 1994 ihre Pforten. Commodore International Limited beantragte ein wenig später, am 29 April 1994 offiziell die Auflösung des Unternehmens.

Übrig geblieben sind eine kleine Community und die erinnerungsreiche Zeit die man mit diesen schönen Heimcomputern, ganz besonders dem Amiga 500, verbrachte.

Autor: Maik „Gurumeditation“ Späde